Catalogo · 9783374066841
Wittenberger »Scripta Publice Proposita«
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts präsentierte die Universität Wittenberg ihre sogenannten "Scripta publice proposita" er gellehrten Öffentlichkeit regelmässig in gedruckten Sammelbänden. Anschaulisch dokumentieren diese ursprünglich am "Schwarzen Brett" der Universität oder als Broschüren veröffentlichten Bekanntmachungen Lehrangebot, humanistisch-reformatorische Grundanliegen, Totengedenken, studentische Alltagskultur und Gelehrtenkommunikation an der Leucorea in der reifen Phase der Reformation. Nach dem Tod Philipp Maelanchthons, der das Genre wie kein anderer prägte und nach aussen vermittelte, setzte in den offziellen Verlautbarungen eine intensive Melanchthon-Memoria ein, die ihn als Leitfigur der Wittenberger Universität und Reformaton exponierte und gegen Anfeindungen verteidigte. Die Bekanntmachungen waren auch ein theologisches Verständigungsmedium, boten sie doch Auseinandersetzungen zu strittigen Lehrfragen in Geschichte und Gegenwart. Sie zeigen, wie die Leucorea bis in ihr Kleinschrifttum hinein eine "Wittenberger Autoritäte" für sich beanspruchte. Die umfangreichen Kataloge der Arbeit erschließen das mehrbändige Textkorpus der Wittenberger "Scripta publice proposita" erstmals systematisch und verzeichnen darüber hinaus einen Fundus weiterer Bekanntmachungen aus gedruckter und handschriftlicher Überlieferung.
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