Catalogo · 9783423301688
Die Grenzen der Interpretation
Mag uns auch auf den ersten Blick ein geschriebener Text im Gegensatz zur flüchtigen Rede als verläßliches Zeugnis erscheinen, so erfährt jeder, der mit Texten zu tun hat, sehr bald, wie gering diese vermeintliche Sicherheit tatsächlich ist. Dem Spannungsverhältnis zwischen Autorintention und Textintention steht als noch schwierigerer Balanceakt das Verhältnis zwischen Text und Interpreten gegenüber, denn hier werden einerseits Freiräume eröffnet und andererseits Zwänge auferlegt. Eco mißtraut den Forderungen nach definierter Klarheit ebensosehr wie jenen nach unbegrenzter interpretatorischer Freiheit und zeigt in Abgrenzung von den verschiedenen Formen von Interpretationsskeptizismus, -anarchismus und -nihilismus anhand plausibler Beispielanalysen, daß nicht jede beliebige Interpretationshypothese berechtigt ist.
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